Was ist der Grüne Star (Glaukom)



Der Grüne Star (Glaukom) tritt in zwei Formen auf: Das chronische Glaukom (primäres Offenwinkelglaukom) ist eine schleichend verlaufende, nicht schmerzhafte Erkrankung des Sehnervs. Der Glaukomanfall (Winkelblockglaukom) ist ein akut auftretender Notfall.

Der Sehnerv leitet die Sehinformation vom Auge zum Gehirn, wo die Informationen verarbeitet werden. Beim Grünen Star kommt es durch zu hohen Augendruck zu einer Schädigung des Sehnervs. Im Laufe der Zeit sterben einzelne Fasern des Sehnervs ab. Hierdurch entstehen Ausfälle im Gesichtsfeld.

Wird der Grüne Star nicht erkannt, können diese Ausfälle über Monate und Jahre fortschreiten und das Sehvermögen ist bedroht. Im Endstadium kann die Erkrankung zu einer Erblindung führen.

Animation: Der Sehnerv

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Augeninnendruck


Die Ursache für den erhöhten Augendruck ist eine Störung der Zirkulation von Flüssigkeit (Kammerwasser) im Auge. Dieses Kammerwasser wird im Ziliarkörper des Auges produziert und fließt über das sogenannte Trabekelmaschenwerk im Kammerwinkel aus dem Auge wieder ab. Stehen Produktion und Abfluss im Gleichgewicht, so zeigt sich ein normaler Augendruck.

Beim chronischen Glaukom ist dieses Gleichgewicht gestört, es wird mehr Kammerwasser produziert als ablaufen kann. In der Folge ist  der Augeninnendruck erhöht. Dieser chronisch zu hohe Druck führt über Monate und Jahre zu der Schädigung des Sehnervs.

Beim akuten Glaukomanfall kommt es zur Verlegung des Abflusses im Trabekelmaschenwerk durch die Regenbogenhaut. Der Augeninnendruck steigt akut sehr stark an. Es entstehen starke Schmerzen in Form von Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, es besteht ein massives Unwohlsein. In diesem Fall ist eine chirurgische Intervention erforderlich.

Beim chronischen Glaukom (primären Offenwinkelglaukom) schreitet der Prozess sehr langsam voran und wird vom Patienten zunächst nicht wahrgenommen. Erst wenn das zentrale Gesichtsfeld zerstört wird und somit die Sehschärfe verloren geht, merkt der Patient, dass etwas nicht stimmt. In vielen Fällen ist jedoch dann schon ein so großer Schaden entstanden, dass das verbliebene Gesichtsfeld nur noch ein Restgesichtsfeld ist.

Animation: Zirkulation des Kammerwassers

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Untersuchungsmethoden beim Grünen Star (Glaukom)


Das Entscheidende bei der Untersuchung auf Grünen Star ist, dass diese schleichende und chronische Erkrankung früh genug erkannt wird.

Hierfür ist an erster Stelle die Messung des Augendruckes und eine Untersuchung des Augenhintergrundes entscheidend. Dies ist eine Vorsorgeuntersuchung, die von den Krankenkassen nicht bezahlt wird. Daher ist es umso wichtiger, dass der Patient die Vorsorgeuntersuchung, die ihm bei seinem Augenarzt angeboten wird, in Anspruch nimmt.

Bei verdächtigem Befund wird gegebenenfalls eine Gesichtsfelduntersuchung ergänzt. Auch die 3D-Vermessung des Sehnervenkopfes mittels der HRT-Untersuchung gibt dem Arzt einen diagnostischen Frühindikator für einen Fortschritt der Erkrankung.

Hierbei empfiehlt der Berufsverband der Augenärzte folgendes Vorgehen:

Eine Untersuchung sollte ab dem 40. Lebensjahr alle 2 Jahre, ab dem 60. Lebensjahr 1x pro Jahr erfolgen.

Stellt der Augenarzt bei dieser Augendruckmessung einen auffälligen Augendruck fest, so sollten sich weitere Untersuchungen anschließen.

Zunächst sollte eine Untersuchung des Gesichtsfeldes erfolgen. Hierbei werden Computer gesteuert Lichtpunkte in eine Halbkugel projiziert. Jedesmal, wenn der Patient einen Lichtpunkt wahrnimmt, muss er dies durch Knopfdruck bestätigen. Nach Prüfung zahlreicher Lichtpunkte entsteht so ein Gesichtsfeld ohne Ausfälle, oder es zeigen sich relative oder absolute Ausfälle, die einen Schaden am Sehnerven anzeigen. Eine Auffälligkeit im Gesichtsfeld ergibt sich allerdings erst, wenn bereits ca. 50% der Fasern am Sehnerv geschädigt sind. Somit ist die Untersuchung des Gesichtsfeldes eine Methode, die besonders beim bereits deutlich geschädigten Sehnerv Veränderungen aufweist. Beginnende Schädigungen des Sehnerven lassen sich durch ein Gesichtsfeld nur bedingt aufdecken.

Als dritte Säule neben Augendruckmessung und Untersuchung des Gesichtsfeldes steht somit die Beurteilung des Sehnerven. Eine solche Untersuchung ist in der Regel bei enger Pupille möglich. Der Augenarzt betrachtet dabei mit Hilfe einer speziellen Lupe den Augenhintergrund und den Sehnervenkopf. Dieser weist eine zentrale Aushöhlung (Excavation) auf. Diese Aushöhlung ist bis zu einem gewissen Maß bei jedem Menschen vorhanden. Bei vergrößerter Aushöhlung des Sehnerven kann dies ein Hinweis für einen geschädigten  Sehnerven sein. Zur Beurteilung ob eine Excavation noch normal oder bereits krankhaft verändert ist, bedarf es viel Erfahrung Ihres Augenarztes. Eine Zunahme der Aushöhlung im Laufe der Zeit ist dann ein sicheres Zeichen für ein Glaukom.

Da diese Veränderung des Sehnerven sehr langsam voranschreitet, ist eine Dokumentation der Excavation mittels HRT (=Heidelberg Retina Tomograph) eine hilfreiche Untersuchung in der modernen Glaukomdiagnostik. Bei dieser Untersuchung wird der Sehnerv durch ein spezielles Laserverfahren abgetastet und bis auf 1/100 mm genau vermessen. Wird eine solche Untersuchung 1 Jahr später wiederholt, so lassen sich sehr frühe und kleine Veränderungen erkennen. Fallen solche Veränderungen auf, so muss eine Therapie begonnen werden, oder eine bereits bestehende Therapie muss verstärkt werden. Zeigt sich ein stabiler Befund, so ist das ein Zeichen dafür, dass die Augendruckwerte, sei es mit oder ohne Therapie ausreichend reguliert sind. Die Untersuchung am HRT stellt somit quasi eine Langzeitkontrolle in der Beurteilung der Veränderungen dar.

Außerdem steht seit 2017 eine Dokumentation des Sehnervenbefundes mittels RNFL-OCT (=Retinale Nerven Fasern Analyse) zur Verfügung. Diese Methode erweist sich zunehmend als noch genauer als die HRT (=Heidelberg Retina Tomograph) Untersuchung. Auch hier wird durch ein spezielles Laserverfahren der Sehnerv abgetastet. Es werden dabei die vom Sehnerven abgehenden Nervenfasern vermessen. Die Ergebnisse dieser Vermessung werden bildlich dargestellt, so dass ein Glaukomschaden aussagekräftig dokumentiert werden kann. Auch hier sind wiederholte Untersuchungen über die Jahre erforderlich. Der Vergleich mit Normwertkurven bietet ein hohes Maß an diagnostischer Sicherheit.

Animation: Ursachen für einen Grünen Star


Aufgrund der Komplexität des Glaukoms und seiner zahlreichen Unterformen ist die Untersuchung, ob ein Grüner Star vorliegt, immer eine Untersuchung, die beim Augenarzt erfolgen sollte. Nur Ihr Augenarzt kann im Zusammenspiel mehrerer Faktoren und Untersuchungsergebnisse anhand seiner Erfahrung entscheiden, ob ein krankhafter oder normaler Befund vorliegt. Die Messung des Augendruckes allein gibt noch keine Auskunft darüber, ob ein Glaukom vorliegt oder nicht.

Konservative Behandlungsmethoden beim Grünen Star


Stellt der Augenarzt einen zu hohen Augeninnendruck fest, so muss dieser gesenkt werden, um eine Schädigung des Sehnervs zu vermeiden. Der erste Ansatz einer Therapie sollte immer eine konservative Therapie durch Augentropfen sein. Um den Augendruck zu senken stehen verschiedene Augentropfen zu Verfügung, die der Patient regelmäßig 1-3 x täglich ins Auge tropft.

Bei dieser Therapie gibt es zwei Ansatzpunkte, um den Druck zu senken:

1. Der erste Ansatzpunkt ist die Reduktion der Produktion von Flüssigkeit (Kammerwasser) im Auge. Hierfür stehen in der modernen Therapie Präparate aus drei Stoffgruppen zur Auswahl. Betablocker, Alpha 2 Agonisten und Carboanhydrasehemmer.

2. Ein weiterer Ansatzpunkt zur Drucksenkung ist die Verbesserung des Kammerwasserabflusses über das Trabekelmaschenwerk. Hierfür stehen sogenannte Prostaglandinanaloga bereit.

Ist eine ausreichende Drucksenkung durch Gabe eines einzigen Präparates nicht zu erzielen, ist ggf. die Kombination mehrerer Tropfen erforderlich. Die maximale konservative Therapie besteht somit aus einer Vierfachkombination aller zur Verfügung stehender Substanzgruppen. Ist auch durch diese Vierfachkombination keine ausreichende Drucksenkung zu erreichen, oder werden die Augentropfen vom Patienten nicht vertragen, muss die Therapie operativ erfolgen.

Animation: Behandlungsmöglichkeiten des Grünen Stars (Glaukom)

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Operative Behandlungsmethoden beim Grünen Star


Auch bei einer Operation des Grünen Stars stehen mehrere Verfahren zur Auswahl. Die Entscheidung, welches Verfahren für den Patienten in Frage kommt ist vom Grad der bereits entstandenen Schädigung und von den gemessenen Druckwerten abhängig. 


Die Laserung des Trabekelmaschenwerks (ALT = Argon Laser Trabekuloplastik) ist ein relativ schonendes Verfahren, welches nach Betäubung des Auges durch Tropfen in der Parxis erfolgen kann. Durch gezielte Laserherde auf das Trabekelmaschenwerk wird der Abfluss des Kammerwassers verbessert. Dieses Verfahren kommt zum Einsatz, wenn die Druckwerte nur leicht erhöht sind und gilt als Ergänzung zu einer konservativen Therapie mit Tropfen.


Die Cyclophotocoagulation ist ein ambulant durchgeführtes Operationsverfahren, bei dem durch eine Lasersonde, die von außen auf das betäubte Auge aufgesetzt wird, der Ciliarkörper, der das Kammerwaser produziert, verödet wird. Dieses Verfahren ist, wie die Argonlasertrabekuloplastik, ebenfalls recht schonend und besonders für Augen geeignet, bei denen sich nur ein mäßig zu hoher Augendruck findet oder bei denen ein solch starker Schaden entstanden ist, das eine aufwendigere Operation eine zu hohe Belastung für das Auge darstellen würde.


Die Trabekulektomie ist ein Verfahren, bei dem ein kleines Loch in das Auge hinein präpariert wird, um dem Kammerwasser die Möglichkeit zu geben, an dem natürlichen Abflussweg vorbei, aus dem Auge abzufließen. Diese Operation ist aufwendig, muss in vielen Fällen unter Vollnarkose und unter stationären Bedingungen erfolgen. Insbesondere die Nachsorge bedarf viel Erfahrung seitens des betreuenden Augenarztes. Die Operation ist für Augen mit deutlich zu hohem Augendruck geeignet. Der Schaden am Auge sollte zum Zeitpunkt der Operation nicht zu hoch sein, damit das Auge diese OP auch verkraften kann.

Die Kanaloplastik ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem der Schlemm´sche Kanal (Kammerwasserabflusskanal) durch Implantation eines zirkulären Aufspannfadens erweitert wird. Die Operation verbessert den natürlichen Kammerwasserabfluss deshalb besonders schonend, weil eine chirurgische Eröffnung der Augapfelwand bei dieser Methode vermieden wird. Die Operation wird unter Vollnarkose unter stationären Bedingungen durchgeführt. Wir arbeiten dafür mit spezialisierten Zentren, die diese Operation vorhalten, zusammen.


Eines gilt abschließend für jegliche Therapie, sei es konservativ oder operativ, festzuhalten. Eine erfolgreiche Therapie zielt darauf ab, einen Schaden am Auge zu vermeiden oder zumindest ein Fortschreiten des Schadens zu stoppen. Ein bereits entstandener Schaden kann durch eine Therapie nicht wieder rückgängig gemacht werden.

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